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Ash’ Rückblick auf die Woche

Die Zusammenfassung trifft es ganz gut. Ob ich wahrlich zurechnungsfähig bin, weiß ich gerade allerdings nicht, denn ich erlebe ein Wunder. Da schalte ich, meinem Vorsatz entsprechend, erst nach 12 Minuten ein, und was ist? Wir führten bereits. 3-0. In fcking Dresden. Aktuell steht es übrigens 4-0. 

Aber mit Fußball will ich euch nicht nerven, der Wochenrückblick steht an. Und was ist so passiert? 

 

Die Muse auf der Folterbank 

 

Alternativ: Die Ash wird von der Muse gefoltert. Jetzt musste ich mich mit der Korrektur von Hunnytown 1 befassen und die Muse lief zu Hochtouren auf. Sie war überall, selbst in der Kaffeetasse hat sie sich versteckt. Im Ergebnis hat sie gegen mein ›Nein, vor dem 21. fange ich nicht an‹ gewonnen, denn Hunnytown 2 hat seit gestern 9.500 Wörter auf dem Konto. Ich behaupte, dass die Klügere nachgegeben hat. Die Muse lacht sich verschmitzt ins Fäustchen. Manchmal glaube ich ja, dass ich mir so einen komischen Geist vom Orden eingefangen habe, der mich in den Wahnsinn treiben will. 

 

Manche Menschen ...

 

Eintrag Nummer 162 auf der schwarzen Liste. Ich verrate euch mal was. Ich habe eine Liste mit Autoren, die ich niemalsnienichtundniemals lesen werde. Nicht, weil sie schlecht sind. Schlichtweg, weil sie solche Tiefpunkte in der Öffentlichkeit setzen, dass ich die Bücher nicht einmal anpacken werde, wenn man mir dafür eine Million überweist. 

Diese Woche trieb es eine Person wieder in einer sehr öffentlichen und durchaus von Lesern frequentierten (Verkehrsunfall) Gruppe und ließ sich mächtig über all die aus, die sich wagen, wahlweise nur Sterne zu vergeben oder gar nichts zu den Meisterwerken zu sagen. Solche Sachen sollten praktisch unterbunden werden, denn das geht ja gar nicht. Ja, diese Person kann froh und glücklich sein, dass ich schon vor Monaten keinen Bock mehr auf die Gruppe hatte, denn es hätte geklatscht. Keinen Beifall. 

 

Ich weiß, dass Matty die Erklärung über die ›Dienstleistung am Leser‹ genutzt hat. Und es stimmt. Bücherschreiben ist eine Dienstleistung am Leser und ihr habt keinerlei Pflichten, aber viele Rechte. Ihr habt das Recht, mit einem gekauften oder geliehenen Buch das zu machen, was ihr wollt. Ich freue mich über Sternchen ebenso, wie über geschriebene Wörter, aber verlangen kann und werde ich nichts. Wisst ihr eigentlich, wie meine Morgen hier häufiger aussehen? Ich verrate es euch: 

 

Echo *gelber Ring meldet sich*

Ash (recht verschlafen): »Echo, was ist meine Benachrichtigung?«

Echo: »Du hast eine neue Benachrichtigung. Vor x Wochen hast du Y gekauft. Wie würdest du Y bewerten?«

Ash *verzweifelt überlegt, was das jetzt sein soll (ihr wisst, manche Produktbeschreibungen sind ein wenig seltsam*: »5 Sterne.«

 

Es können auch vier sein. Oder drei Sterne. Was ich sagen will, ist, dass ich selbst überwiegend Sterne vergebe. Wie schizophren wäre das, wenn ich mich hinstelle und verlange, dass jemand eine schriftliche Rezi verfassen soll? 

 

Eines kann ich euch aber versprechen: Solltet ihr jemals eure Meinung über meine Bücher kundtun, egal in welcher Ausprägung, so werdet ihr von mir nicht angegriffen und ich lege mich mit jedem an, der euch angreift. Ich weiß nicht, ob ich eure Anmerkungen direkt umsetze und vielleicht fluche und schreie ich erstmal im stillen Kämmerlein. Sowohl beim »Den Erwählten« als auch bei »Loving Discipline« habe ich nichts umgesetzt, was in den Rezis bemängelt wurde. Nicht, weil ich auf eure Meinung pfeife, sondern, weil ich die Erzählgeschwindigkeit nicht mitten in der Serie ändern wollte (und bei Discipline: Ich wollte das Ding vom Tisch haben). Sinnvolle Kritiken habe ich nun (hoffentlich) bei Hunnytown umgesetzt. Ich höre euch also, auch wenn ich nicht direkt reagiere und im Nachhinein kein Buch umschreiben würde. 

 

Ich bin Millionärin!

 

Zugegeben, das könnte jetzt echt sein, weil ich einfach der Mail von Westlotto vertraue, die erst morgen kommt, aber nach dem Waschtag gestern weiß ich: Ich bin Millionärin, wenn es um Katzenhaare geht. Wie können diese drei Fellnasen noch Fell haben, wenn ich gefühlte Tonnen davon aus dem Trocknersieb gezogen habe? 

Aber man soll sich ja nicht mit dem Ist-Zustand zufriedengeben, denn jetzt gehe auf die Milliardärsschiene. Der Fellwechsel beginnt aktuell und ihr werdet sehen: Mit der Katzenhaarwährung kaufe ich Bezos, dem Virgin-Typen und wasweißichwem die Raumfahrtprojekte ab. 

 

Raumfahrt ... der Fangirlmoment

 

Schaut hier jemand »The Book of Star Wars«? Ja, ich weiß, es heißt »Boba Fett«, aber egal. Mein absoluter Lieblingscharakter und mein Kindheits-Lieblingscharakter auf EINEM Bildschirm. Und sie SPRECHEN miteinander! So creepy, wie ich diese DeepFake-Technologie finde, der von YouTube eingekaufte Typ hat Luke echt gut hinbekommen. 

Glaubt mir, seit Mittwochmorgen grinse ich zumindest innerlich dauerhaft. Und was bin ich froh, Freiberufler zu sein und die Prioritäten des Tages vor der Arbeit angehen zu können. So gab’s zumindest keine Spoiler und ich konnte meinen Katzen ein »Cad Bane« entgegenbrüllen. 

 

Wollt ihr was? Ein Häppchen zum Kaffeetrinken

 

Bitteschön: 

 

Inmitten einer runden Freifläche, die fast einer Parkanlage glich, stand die Kirche. Groß war sie nicht, doch auch, wenn er mit der Institution nichts am Hut hatte, so musste er zugeben, dass sie eine unglaubliche Anziehungskraft hatte. Von hier aus wirkte es, als hätte sie ein Reetdach, was sich, als sie über den mit Kopfsteinpflaster angelegten Weg hinüber gingen, bestätigte. Die Fassade war strahlend weiß gekalkt. Allzu viel sah man von ihr jedoch nicht, denn Ranken zogen sich bis fast hinauf zum Dach. Zwischen den Ranken, die wohl erst kürzlich geschnitten worden waren, konnte er bunte runde Fenster ausmachen. 

»Sie sieht noch aus, wie ich sie in Erinnerung habe«, merkte Nick an, schüttelte dann aber den Kopf. »Die Kletterpflanzen waren natürlich kleiner.«

Auch die Anlage rund um die Kirche konnte sich sehen lassen. Noch leere Blumenbeete, aus denen die Krokusse bereits die Köpfe streckten, wechselten sich mit hüfthohen Hecken und Baumreihen ab. Der Hauptweg zur Kirche lag auf der anderen Seite und war wie eine Allee gestaltet. Hier und dort standen Bänke unter den Bäumen und am Wegesrand. Ein kleiner, wohl künstlich angelegter Bach plätscherte in einen Teich, der wiederum den Bach speisen musste. 

Caleb war beeindruckt. Und erschrak, als sich hinter der Hecke neben ihm plötzlich jemand aufrichtete und sie grüßte. 

»Guten Morgen!«

Nick begriff schneller als er und wandte sich dem Mann zu. 

»Guten Morgen«, grüßte er und streckte dem Mann seine Hand entgegen. 

Caleb machte es ihm nach und musterte den Mann automatisch. Er hatte ungefähr seine Größe, dunkle, etwas längere Haare und blaue Augen. Letztere fielen direkt auf. 

»Mr. Jangisson, nehme ich an?«, fuhr der Mann unbeeindruckt von Calebs Musterung fort. »Ich bin Tyler Brook, der Pfarrer der Gemeinde.«

Oh, der Pfarrer. So hatte sich Caleb ihn nicht vorgestellt, denn statt der für ihn typischen Kirchenkleidung, trug er aktuell ein gefüttertes Holzfällerhemd über etwas, das Caleb über die Hecke nur als Jeans ausmachen konnte. Und er war jung, viel älter als sie selbst konnte er nicht sein. 

»Das ist korrekt. Ich bin Nikau Jangisson, das ist Caleb Malone, mein Partner. Es ist schön, Sie kennenzulernen. Vielen Dank für Ihre Hilfe.«

So lange, wie sie sich schon kannten, so war es für Caleb immer noch ungewöhnlich, wenn sich Nick mit seinem Geburtsnamen vorstellte. Bis heute hatte er nicht herausfinden können, weshalb Nick seine Herkunft verheimlicht, indem er auf den Namen verzichtete. Doch spürte er Nicks Blick auf sich ruhen. 

»Oh, entschuldigen Sie bitte,«, stammelte er mehr, als dass er sprach, »ich war ganz abgelenkt von diesem Park. Ich bin Caleb Malone, wie er schon verraten hat.«

Für einen Moment wanderten des Pfarrers Augen von einem zum anderen, dann machte er eine einladende Geste in Richtung einer Öffnung in der Hecke, durch die er wieder auf den Weg gelangen würde. »Begleiten Sie mich doch einige Schritte.«

»Gerne, Mr. Brook«, sagte Nick und Caleb schlenderte neben ihm her. 

»Nein, das ist nicht notwendig. Für die Bewohner Hunnytowns bin ich schlicht Tyler.« Ein bubenhaftes Grinsen schlich sich in das Gesicht des Pfarrers und offenbarte ein Grübchen. »Es reicht, wenn meine Obersten mich mit Brooks ansprechen. Dann weiß ich, dass ich ihren Worten nicht gefolgt bin.«

Damit konnte sich Caleb nun gut identifizieren. So wie er Nick höchst selten selbst bei seinem Geburtsnamen nannte, benutzte Nick ein ausgesprochenes Caleb nur, wenn er kurz davor stand, auf seinem Hintern eine Party feiern zu lassen. Ansonsten war er Cal. 

»Damit können wir leben, stimmts, Caleb?«, stimmte Nick zu. Wie war das mit Warnungen? 

»Ja, ich kann mir so schlecht Namen merken«, gab Caleb zu. »Ich muss Sie beglückwünschen. Die Kirche und der Park sind wunderschön. Pflegen Sie das alles alleine?«

»Zuletzt habe ich die Wände geweißt.« Wieder kam das verschmitzte Lächeln zum Vorschein. »Die Kirchenwäscherei zeigte sich wenig erfreut. Aber, wie ich immer sage: Unser Handwerker hat auch nicht im blütenweißen Seidenhemd gewerkelt.«

Der Pfarrer führte sie an der Kirche vorbei zu einer Sitzecke, die er sich eingerichtet hatte. »Setzen Sie sich, wenn Sie einen Augenblick Zeit haben. Möchten Sie einen Kaffee?«

Sie beide nickten unison und nahmen auf der Bank platz, deren Lehne die Kirchenfassade säumte. Caleb fand es schon ein wenig surreal. Mit vielem hätte er gerechnet, nicht aber, dass ihr erster Gesprächspartner vor Ort ausgerechnet der Pfarrer sein würde. 

»Er ist freundlich, was denkst du?«, fragte er seinen Partner. 

»Hm, und nicht so, wie ich ihn mir vorgestellt hatte. Zwei, drei Male habe ich ja schon mit ihm telefoniert. Da klang er noch anders.«

»Wer weiß, wer ihm über die Schulter gesehen hat. Oder aber, nur neue Gemeindemitglieder werden so aufgenommen.«

Zum Antworten kam er nicht mehr, denn so fix, wie es ein Kaffeevollautomat versprach, standen drei dampfende Tassen Kaffee auf dem Tisch und der Pfarrer, Tyler, erinnerte sich Caleb selbst, saß ihnen gegenüber. 

»Vielen Dank, dass Sie das Haus so gut geräumt und verwaltet haben«, bedankte sich Nick noch einmal. 

»Und dafür, dass Sie mitgedacht und den Herd in der Küche gelassen haben. Unsere Möbel kommen erst am Freitag«, fügte er selbst hinzu. 

Der Pfarrer zuckte mit den Schultern. »Das war kein Aufwand. Und ich dachte, dass es Ihnen lieber sei, wenn ich mich darum kümmer und nicht irgendwer in der Gemeinde, der wohl mehr schnüffelt, als ausräumt.«

Bestätigte nun sogar der Pfarrer die Neugier der hunnytownschen Bewohner? 

»Noch haben wir keinen gesehen. Also nicht direkt. Die Vorhänge wackelten allerdings.« Nick trank einen großen Schluck. »Hat es einen Grund, weshalb die Kommode noch im Flur steht?«

»Offen gestanden passte sie nicht mehr auf den Wagen. Aber ich kann sie abholen lassen, wenn Sie es wünschen.« Tyler sah tatsächlich ein wenig verschämt drein. 

Nick hingegen winkte ab. »Nein, ich denke, sie kann bleiben.« Caleb fühlte seinen Blick auf sich ruhen. »Caleb hat sie vermutlich schon in seine Einrichtung eingeplant.«

»Hey!«, mokierte er sich. »Gut, das stimmt. Sie passt zu den großen Bodenvasen, die ich im Sinn hab.«

Sie unterhielten sich über zwei weitere Runden Kaffee hinweg und so erfuhr auch Caleb alles, was es über Hunnytown zu wissen gab. Rund um das Kirchzentrum, wie es genannt wurde, reihten sich nicht nur die Geschäfte, sondern auch drei Pubs. Einer davon, Boxxer’s, war als Sportkneipe bekannt. Im Dime traf sich die Jugend am Wochenende, während Sunset’s, der größte Pub, auch für Gemeindetreffen genutzt wurde. Dort trafen sich offenbar tagtäglich alle, die einmal raus mussten. Gelobt wurde der Pub nicht nur für seine Küche, sondern auch für die Dartturniere, die dort stattfanden. Warum der Pfarrer bei der Erwähnung der Pension, die sich zwischen zwei Pubs befand, kurz stockte, wollte Caleb erst gar nicht wissen. 

Schließlich verabschiedeten sie sich. Als sie aufstanden und gehen wollten, hielt sie Tyler noch einmal kurz zurück. 

»Wenn Sie Fragen oder Probleme haben, können Sie mich jederzeit aufsuchen. Und ...«, er hielt kurz inne und sah von Caleb zu Nick und zurück, »Sie sind beide herzlich in meiner Kirche willkommen, lassen Sie sich nichts anderes sagen.« 

 

 

Schaut mal, ich habe euch sogar ein Häppchen ausgesucht, das passend zum Kaffeetrinken ist. Zugeben, ich wollte euch mit der sich anschließenden Szene nicht die Laune versemmeln. 

 

 

Die Rückkehr des Niveaus

 

Da wurde er gekrönt und ich hab das nicht einmal mitbekommen. Ich rede natürlich vom Dschungelkönig. Irgendwann hatte mich diese Staffel wegen dummen Menschen verloren, daher hab ich gestern Abend mal all die Satiredinger in der Mediathek gesucht, die ich durch den Dschungel verpasst hatte. 

Ich gebe offen und ehrlich zu, dass ich jeden Januar mein Niveau in die Keksdose sperre und mir den ›Dschungel‹ anschaue. Es ist übrigens super lustig, denn jetzt mit Brille sehe ich tatsächlich, dass die den Krokos das Maul zubinden. Ich wusste es schon davor, doch konnte ich das früher gar nicht erkennen. Ich sag euch, langsam frage auch ich mich, wie ich täglich durchs Leben gekommen bin. 

 

So, das war’s für mich heute. Ich wünsche euch eine tolle Woche, bis es wieder heißt: Die Ash labert euch voll. 

 

Bleibt am Boden (bei dem Sturm hier ist das gar nicht so leicht)

 

Ash

 

(Das Wunder besteht noch: 4-1 aktuell)